Verbraucherinformation zu Probiotika und Präbiotika sowie deren Bedeutung für die Darmgesundheit

Eine Informationsplattform der
Deutschen Gesellschaft für Mukosale Immunologie und Mikrobiom e.V.

Wussten Sie schon?

Wie viele Mikroorganismen befinden sich Schätzungen zufolge im Dickdarm?

Wie lassen sich Probiotika in eine gesunde Ernährung integrieren?

Insgesamt sind bisher rund 20 bis 30 verschiedene Probiotikastämme bekannt, die die Gemeinsamkeit haben, die Passage durch den Magen - mit seiner stark sauren Magensäure -  und den Dünndarm (mit den dortigen Verdauungsenzymen) unbeschadet zu überstehen.

Probiotische Bakterien werden entweder mit Lebensmitteln, die mit Milchsäurebakterien versetzt wurden, oder in Form von Arzneimitteln aufgenommen. Allerdings sind die Wirkungen probiotischer Lebensmittel klar von den Wirkungen therapeutisch eingesetzter Probiotika abzugrenzen. Bei dem Konsum probiotischer Lebensmitteln stehen die vorbeugenden Effekte (Prävention) für den gesunden Konsumenten im Vordergrund, wohingegen bei den therapeutisch eingesetzten Probiotika die Linderung und Heilung von Krankheiten die zentrale Rolle einnimmt.

Probiotische Lebensmittel sind in der Regel stichfeste oder trinkbare joghurt-ähnliche Produkte, denen bei der Fermentation oder nachträglich probiotische Bakterien zugesetzt wurden. Neben Joghurt sind weitere Milchprodukte (z.B. Käse, Quark, Buttermilch, Kefir) aber auch Säuglingsnahrung, Müsli und Wurstwaren, die mit probiotischen Bakterienstämmen versetzt wurden, im Handel zu erwerben.

Meist werden Lactobacillus- und Bifidobacterium-Stämme in der Lebensmittelindustrie eingesetzt. Von den Herstellen muss gewährleistet werden, dass bis zum Verzehr bzw. bis zum Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums mindestens so viele Bakterien in dem Lebensmitteln enthalten sind, wie in wissenschaftlichen Untersuchungen erforderlich waren, um gesundheitsfördernde Wirkungen zu erzielen. Daher sollten die probiotischen Produkte entsprechend der Herstellerangaben gelagert werden und bis zum Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums konsumiert werden.

Die mit der Nahrung aufgenommenen probiotischen Bakterien können sich nicht im Darm dauerhaft ansiedeln. Daher ist für die Entfaltung ihrer positiven Wirkungen eine dauerhafte Einnahme wichtig. Allerdings muss die Einnahme nicht zwangsläufig täglich erfolgen (die Verweildauer der Bakterien im Darm hängt vom Stamm ab und variiert zwischen wenigen Tagen und mehreren Wochen).

Im Rahmen einer vollwertigen, ausgewogenen Mischkost ist es empfehlenswert, täglich Joghurt, Sauermilch, Kefir oder ähnliche Milchprodukte zu verzehren. Am besten sollten diese Produkte fettarm und nicht oder nur moderat gezuckert sein.